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Asmara, Eritrea
Mit ganzem Herzen gegen das Elend

14. April 2002, 10:40 Uhr: der erste Schnitt.

An diesem Tag fand die erste Herz-Operation am International Operation Centre for Children in Asmara in Eritrea statt. Auf dem OP-Tisch liegt die elfjährige Yerusalem. Das Mädchen ist mit einem Herzfehler geboren worden. Hier in Eritrea bestand bisher für sie keine Chance auf Heilung.

Eritrea ist eines der ärmsten Entwicklungsländer. Jährlich kommen hier rund 1200 Kinder mit einem Herzfehler zur Welt. Ein Todesurteil, wenn Hilfe ausbleibt.

Der Chirurg, der Yerusalem operierte, kam mit seinem Team vom deutschen Kinderherzzentrum in Sankt Augustin. Gemeinsam hatten sie aus einem alten, leer stehenden Militärkrankenhaus unter zum Teil abenteuerlichen Umständen ein internationales Operationszentrum für Kinder gemacht. Bis heute wurden dort über 500 Kinder an ihrem Herzfehler operiert, mit einer Sterblichkeitsrate von zwei Prozent – bessere Ergebnisse erzielen nicht einmal die besten OP-Zentren weltweit.

Angespornt durch den Erfolg und auf Bitten des Chefarztes des eritreischen Kinderkrankenhauses baute das Team 2003 eine Neonatologie, eine Neugeborenen-Intensivstation, direkt neben dem OP-Zentrum. Zuvor verstarben 95 Prozent der Frühchen. Inzwischen überleben von den jährlich 1350 kleinen Patienten 85 bis 95 Prozent.

Ermöglicht wurden diese Projekte im Wesentlichen durch Spendengelder der Karl Bröcker Stiftung, zunächst in Kooperation mit dem Hammer Forum, einem ehrenamtlichen Engagement für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Diese Zusammenarbeit wurde ab 2010 zusätzlich mit dem neu gegründeten Verein Archemed – Ärzte für Kinder in Not e. V. fortgesetzt. Weitere Projekte, die die Stiftung in Eritrea unterstützt, sind das Waisenhaus in Asmara und eine Neugeborenen-Intensivstation in Keren, 90 Kilometer nördlich von Asmara.

Jedes Jahr finanziert die Stiftung die Entsendung speziell ausgebildeter Ärzteteams. Auch 2011 war ein 18-köpfiges Spezialisten-Team für zwei Wochen in Asmara. Die Warteliste mit herzkranken Kindern ist lang. Eine Ärztin sucht bei einer Voruntersuchung die dringendsten Fälle heraus: 150 Kinder, die sonst keine Chance auf Heilung hätten. Dann kommen die Spezialisten; sie operieren täglich 12 bis 14 Stunden, oftmals bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Und sie bilden vor Ort einheimisches Personal aus – nachhaltige humanitäre Hilfe, die bleibt, wenn die deutschen Teams wieder zurückfliegen müssen. Ihr Lohn ist der Erfolg: Die meisten Kinder erholen sich schnell nach den Eingriffen. Sie haben endlich die Chance, ein gesundes Leben zu führen.

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