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Don-Bosco Schule, Förderschule
Kletterangebot „Wo wir sind ist oben!“

So lautet das Motto eines Projektes der Don-Bosco Schule. Durch die finanzielle Unterstützung der Karl Bröcker Stiftung ist es der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung möglich, eine Kletter-AG für eine Schülerin und sechs Schüler anzubieten.

Jeweils dienstags fährt die Schülergruppe mit zwei Lehrkräften zum Klettern an die Kletterwand des Lippstädter Turnvereins. Eine Sonderschullehrerin sowie ein Sonderschullehrer haben sich in Fortbildungen qualifiziert, um dieses Sportangebot für Schülerinnen und Schüler durchführen zu können.

Die Kinder und Jugendlichen  lernen nicht nur das Klettern an einer künstlichen Wand, sondern auch, wie man seinen Kletterpartner richtig sichert. Während der eine klettert, muss der andere die Sicherung übernehmen und sehr genau die Aktivitäten des Kletterers beobachten, um im richtigen Moment auch zu sichern. Das Erlernen der Sicherungstechnik verlangt einem Kletterpaar ein hohes Maß an sozialer Kompetenz ab. Der Kletterer vertraut seinem Sicherungspartner seine Gesundheit und damit sich selbst an. Als Sichernder wiederum übernimmt man ein großes Stück an Verantwortung für den Kletterpartner. Gerade das ist für die Schülerschaft eine besondere Erfahrung, denn genau solche Kompetenzen werden ihnen im Alltag häufig abgesprochen. Woche für Woche kann man in der Halle beobachten, wie aus vielen Einzelkämpfern, die selbst schnell hoch hinaus wollen, ein Team wird. Durch diese Vertrauensübungen lernen die Kinder und Jugendlichen die eigenen Grenzen und die der anderen kennen. Gefühle werden im Gespräch mit der Gruppe reflektiert. Die gegenseitige Unterstützung fördert das Gruppenklima. Die Stärkung des Selbstwertgefühls bildet einen Schwerpunkt in diesem Programm.

Nach einem Jahr waren die Grundtätigkeiten und -fertigkeiten des Kletterns gelernt und gut geübt. Die Teilnehmer waren mit einer Sicherungstechnik vertraut und hatten sich Material-, Ausrüstungs- und Knotenkenntnisse praktisch erarbeitet. Außerdem war ihr Bewusstsein sensibilisiert für typische Risiken und Gefahren. Diese Gruppe hatte sich wahrlich für die Abschlussfahrt bewährt.

Als Höhepunkt des Kletterangebotes folgte mit den Schülerinnen und Schülern die Fahrt nach Rüthen ins Sauerland. Übernachtet wurde auf dem Zeltplatz des Diözesanzentrums. Auf dem Gelände des Jugend- und Bildungshauses befindet sich ein Hochseilgarten für Menschen mit und ohne Behinderung. Einen Tag lang ging es mit zwei pädagogischen Fachkräften in den Hochseilgarten, was für die Kinder eine besondere Erfahrung darstellte. Am zweiten und  dritten Tag sind sie gemeinsam in das Warsteiner Klettergebiet „Hillenberg“ gefahren. Hier hatten die Kinder die Möglichkeit, das in der Halle Erlernte in der Natur zu nutzen.

 

Ein Schüler, der anfangs dem Projekt skeptisch gegenüberstand äußerte zum Abschluss: „Ich könnte heulen, weil es so schön war“.