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Horizontas: Hinter dem Horizont geht es weiter
Kinder und Jugendliche in der Trauer nicht allein lassen

Wer einen Menschen verloren hat, der ihm wichtig war, benötigt Zeit, um den Verlust zu verarbeiten und sein Schicksal anzunehmen. Trauer braucht Raum. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, denn gerade sie drängen Schmerz und Traurigkeit oft zurück, um ihr Umfeld nicht zusätzlich zu belasten. Aber Trauer, die nicht ausgelebt wird, kann krank machen. Horizontas ist ein Projekt für Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Lippstadt, die einen nahestehenden Menschen verloren haben.

Die Trauerseminare von Hildegard Fisch, Heilpraktikerin für Psychotherapie, und Thomas Thiesbrummel, Theologe und Seelsorger, schaffen einen schützenden Rahmen, in dem die Trauernden Gefühle ausleben, Gleichgesinnte treffen und einfach spüren, dass sie nicht allein sind. Zehn Wochen lang treffen sich die Kinder jeweils einmal wöchentlich für anderthalb Stunden. In der Gruppe beschäftigen sie sich intensiv mit ihren Gefühlen: Schmerz, Wut, Rückzug, Angst. Sie arbeiten gemeinsam Erinnerungen auf, entwickeln Rituale, finden Orte der Trauer – und Trost. Horizontas hilft ihnen mit kreativen, altersgerechten Angeboten, ihren Schmerz zum Ausdruck zu bringen, aber auch Freude zuzulassen. Die Kinder und Jugendlichen intergrieren die Verlusterfahrung in ihr Leben und lernen, den Blick wieder nach vorn zu richten.

Mit Hilfe der Karl Bröcker Stiftung konnte das Projekt Horizontas Ende 2012 mit einer Kindergruppe starten. Die Resonanz war so groß, dass es inzwischen weitere Kinder- und Jugendgruppen gibt.

Weitere Informationen: www.horizontas.de