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Leseförderung
Von Lesefrust zu Leselust: Wie man aus dem Alphabet 26 neue Freunde macht

„Arufe beme Arsete“, liest Bibi vor. Nein – das ist keine Fremdsprache. Bibi liest den deutschen Text: „auf dem Ast“. Aber sie hört eben bei jedem „a“ ein „r“ mitschwingen, jedes „f“ klingt für sie mit einem „e“ aus, genauso beim „s“ und „t“. Und die Buchstaben „d“ und „b“ kann man nun wirklich leicht verwechseln … Rund zehn Prozent der Grundschulkinder in Deutschland können am Ende der vierten Klasse nicht richtig lesen.

Kinder mit Leseschwierigkeiten quälen sich mühsam von Wort zu Wort. Sie können Buchstaben und Laute nicht richtig zuordnen oder erfassen die Silbenstruktur der Wörter nicht. Falsche Lesestrategien, die sich beim „normalen“ Vorlesen nur verfestigen. Klar, dass diese Kinder das Lesen von Texten vermeiden, wo sie können. Niemand würde von einem Erwachsenen erwarten, dass er ein Buch in einer Fremdsprache, die er nur ansatzweise beherrscht, mit großem Vergnügen liest. Und genauso geht es diesen Kindern.

Die Karl Bröcker Stiftung unterstützt in Lippstadt Initiativen an zwei Grundschulen, um solche Leseschwächen individuell zu beheben. Lesetrainer erkennen die falsche Lesestrategie und entwickeln für jedes Kind einen passenden Trainingsplan. Das Ziel ist: mindestens eine 3 im Lesen. Erste Erfolge stellen sich schon nach einigen Wochen ein. Und wenn es am Ende der Grundschule darum geht, welche weiterführende Schule besucht werden soll, schaffen die Kinder nach einem Jahr Leseförderung im Schnitt eine ganze Stufe mehr.

Und das Lesen? Macht endlich Spaß!

Weitere Grundschulen in Lippstadt werden von der Dr. Arnold Hueck-Stiftung unterstützt.